Oh ja, wir hätten es uns so leicht machen können!
Man nehme ein Pro-Tools-HD-System, einen kleinen Controller, einen völlig überteuerten Preamp (für den Pseudo-Vintage-Faktor), kaufe sich ein paar Sound-Replacement-CDs, eine Handvoll Triggermikrofone, Maus, Tastatur bla bla bla … .und schon wird aus einem stereotypen Digital-Tonstudio eine unüberwindliche PRO-AUDIO-Bastion!
Leider bleibt gerade bei diesen sogenannten PRO-AUDIO-Studios eines meistens auf der Strecke: Die Kreativität und letztendlich auch der Sound!
Die (Studio-)Welt wird heute von grafisch nett animierten Plug-ins regiert – und manchmal "klingen" sie sogar. Sprüche wie: "Was willst du mit einer Studer A 80, nimm doch Magneto von Steinberg!" sind heute an der Tagesordnung und können bei einem Analogfreak wie mir nur blankes Entsetzen und Kopfschütteln auslösen. Viel schlimmer noch gestaltet sich die moderne Form des Drumrecordings, wo talentierte Drummer zu drittklassigen Taktklopfern degradiert werden, da nach einer Trigger/Sound Replacement-Orgie vom eigentlichen Spiel des Trommlers (nebst Drumset) zu 99 % nichts mehr zu hören ist! Auf die Frage: "Wieso höre ich mein eigenes Spiel nicht mehr?" kommt dann oft: "Das ist modern, das muss so." Tja, wer damit leben kann …
Wir können es definitiv nicht und scheißen ganz gepflegt auf die aktuellen Trends, da die Aura und das Spielgefühl einer Band für uns das Wichtigste ist. Wir sind über 20 Jahre am Markt – und das nicht ohne Grund. Wir arbeiten mit sehr hochwertigem Equipment und hören lieber, anstatt am Rechner alles lieblos zusammenzukleben. Natürlich arbeiten wir auch mit Software, doch für uns ist sie nur Mittel zum Zweck, bestenfalls eine digitale Bandmaschine mit feudalen Schnittmöglichkeiten. Der wirkliche Klang entsteht aus einer kreativen Mischung von hochwertigem Analog-Equipment, dem Einfühlungsvermögen gegenüber der Band und dem Blick fürs Wesentliche.